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Freital von A bis Z - A wie Alfred-Damm-Heim

A wie Alfred-Damm-Heim – Ein Ort der Gemeinschaft in Wurgwitz

Das Alfred-Damm-Heim ist eines der prägenden Gebäude im Freitaler Stadtteil Wurgwitz. Als denkmalgeschütztes Vereins-, Sport- und Veranstaltungshaus steht es bis heute für Gemeinschaft, ehrenamtliches Engagement und das kulturelle Leben vor Ort. Über Generationen hinweg ist das Haus ein Treffpunkt für Vereine, Sportlerinnen und Sportler sowie für zahlreiche Veranstaltungen gewesen und ist es auch heute noch.

Entstehung und frühe Nutzung

Die Geschichte des Alfred-Damm-Heims reicht zurück in die 1920er-Jahre. Bereits 1926 wurde in unmittelbarer Nähe der heutige Sportplatz für die „Vereinigten Turner und Sänger Wurgwitz“ eingeweiht. Schon kurze Zeit später entstand innerhalb des Vereins der Wunsch nach einer eigenen Turn- und Veranstaltungshalle. Einer der engagierten Unterstützer dieses Vorhabens war Alfred Damm, der später Namensgeber des Gebäudes wurde.

Der Bauantrag für die Turnhalle wurde am 28. Februar 1928 gestellt. Finanziert wurde das Projekt zu großen Teilen durch den außergewöhnlichen Einsatz der Vereinsmitglieder selbst: Über den Verkauf von Anteilsscheinen kamen rund 37.000 Reichsmark zusammen. Zusätzlich unterstützten die damalige Gemeinde Wurgwitz sowie die Schulgemeinde das Bauvorhaben finanziell. Damit konnte das Gebäude auch für den Schulsport der benachbarten Schule genutzt werden.

Am 1. Juli 1930 wurde die „Turnhalle Wurgwitz“ im Rahmen einer mehrtägigen Festwoche feierlich eingeweiht. Im westlichen Teil des Gebäudes entstand ein großer Saal mit Bühne, im östlichen Teil befanden sich Nebenräume, Sanitäranlagen und Technikräume. Ergänzt wurde das Gebäude durch eine Gaststätte sowie eine Hausmeisterwohnung im Obergeschoss.

Zeit des Nationalsozialismus und Neubeginn nach dem Krieg

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Nutzung des Gebäudes grundlegend. Den Vereinsmitgliedern wurde der Zutritt verwehrt, 1935 wurde das gesamte Vereinseigentum enteignet. Damit verlor die Halle vorübergehend ihre ursprüngliche Funktion als Ort des gemeinschaftlichen Lebens.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte die Nutzung schrittweise zurück. Die neu gegründete Kultur- und Sportgemeinschaft Wurgwitz übernahm das Gebäude und belebte es erneut mit Sport- und Kulturveranstaltungen. Im Jahr 1953 erhielt das Haus offiziell seinen heutigen Namen: Alfred-Damm-Heim. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte es sich wieder zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Wurgwitz. Besonders bekannt waren die regelmäßigen Veranstaltungen des Karnevalsvereins, die weit über den Stadtteil hinaus Besucher anzogen.

Entwicklung nach der Wende und Sanierung

Nach der politischen Wende ging das Alfred-Damm-Heim in das Eigentum des Kultur- und Sportbundes Wurgwitz über, der das Gebäude von der Stadt Freital erwarb. Aufgrund des Alters und des technischen Zustands blieb eine umfassende Sanierung jedoch zunächst aus.

Erst ab 2009 begann eine grundlegende Modernisierung des Gebäudes. Diese umfasste unter anderem einen Anbau für moderne Sanitäranlagen sowie die Weiterentwicklung der gastronomischen Nutzung. Mit der Sanierung wurde die Grundlage geschaffen, das Alfred-Damm-Heim dauerhaft als funktionalen und attraktiven Ort für Vereine, Veranstaltungen und Gäste zu erhalten.

Bedeutung für Freital heute

Heute erfüllt das Alfred-Damm-Heim mehrere wichtige Funktionen für Freital und insbesondere für Wurgwitz:

  • Sozial und kulturell:
    Der große Saal mit Bühne ist weiterhin Veranstaltungsort für Feste, Vereinsabende, kulturelle Angebote und den Karneval. Das Haus bringt Menschen zusammen und stärkt den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil.
  • Sportlich:
    Die Nebenräume und Umkleiden werden von der SG Wurgwitz genutzt, deren Sportlerinnen und Sportler unter anderem im Fußball- und Volleyballbereich aktiv sind.
  • Gastronomisch:
    Mit der Kellerbar, die 2024 neu eröffnet wurde, hat das Alfred-Damm-Heim wieder eine feste gastronomische Nutzung. Neben den Gasträumen wird auch der Biergarten erfolgreich betrieben und trägt zur Belebung des Umfeldes bei.
  • Identitätsstiftend:
    Das Gebäude steht sinnbildlich für das ehrenamtliche Engagement und die Eigeninitiative vieler Generationen. Es ist ein Ort, an dem Stadtgeschichte, Vereinsleben und Gegenwart unmittelbar miteinander verbunden sind.

Eine besondere Geschichte

Eine Besonderheit des Alfred-Damm-Heims liegt in seiner Entstehung: Der Bau wurde maßgeblich durch die finanzielle Beteiligung der Vereinsmitglieder ermöglicht. Dieses frühe Beispiel bürgerschaftlichen Engagements zeigt, wie stark der Gemeinschaftsgedanke in Wurgwitz schon damals ausgeprägt war und warum das Gebäude bis heute eine besondere Bedeutung für den Stadtteil hat.

Bildnachweise:

© Wikimedia Commons / Inkowik

© Sportgemeinschaft Wurgwitz