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03.03.2026 - Freitaler Feuerwehrgipfel

verfasst am 03.03.2026

Freitaler Feuerwehrgipfel: Austausch mit Innenminister Armin Schuster über Zukunft der Feuerwehren

Auf Initiative der CDU Freital fand Anfang März in den Ballsälen Coßmannsdorf der Freitaler Feuerwehrgipfel statt. Rund 20 Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Freital sowie Mitglieder der CDU aus Stadtrat und Stadtverbandsvorstand kamen zusammen, um gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsminister des Inneren, Armin Schuster, über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Feuerwehren zu sprechen.

Ziel der Veranstaltung war es, die Perspektive der Kameradinnen und Kameraden vor Ort direkt mit der Landespolitik zu verbinden und konkrete Themen aus der Praxis in die politische Diskussion einzubringen.

Die Veranstaltung wurde eröffnet durch den Vorsitzenden der CDU Freital, Christian Fischer, sowie Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg, die beide die zentrale Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für Sicherheit, Katastrophenschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt betonten.

Herausforderungen für den Freistaat und Bedeutung des Ehrenamts

Innenminister Armin Schuster ging in seinem Impulsvortrag zunächst auf die aktuelle finanzielle Situation des Freistaates Sachsen ein. Angesichts eines erwarteten Haushaltsdefizits von rund drei Milliarden Euro stehen auch staatliche Förderprogramme zunehmend unter Druck. Gleichzeitig machte der Minister deutlich, dass die Unterstützung der Feuerwehren weiterhin ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsstruktur in Sachsen bleibt.

Bereits heute werden die Feuerwehren im Freistaat mit rund 40 Millionen Euro jährlich aus der Feuerschutzsteuer sowie weiteren Landesmitteln unterstützt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen werde der Freistaat weiterhin wichtige Projekte vorantreiben – darunter auch den Ausbau der Landesfeuerwehrschule in Nardt, der trotz deutlich gestiegener Baukosten fortgeführt wird.

Besonders hob der Minister die große Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor. Die Arbeit der freiwilligen Kameradinnen und Kameraden sei ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Sicherheit.

Einblicke aus der Praxis der Freitaler Feuerwehr

Im Anschluss stellte Sven Heisig, Amtsleiter des Brandschutzamtes der Stadt Freital, die Situation aus Sicht der kommunalen Feuerwehren dar. Sein Bericht aus dem „Maschinenraum“ der Feuerwehr machte deutlich, wie komplex die Anforderungen an moderne Feuerwehren geworden sind.

Positiv hervorzuheben sei zunächst, dass die Freitaler Feuerwehr sehr gut ausgestattet ist und mit dem geplanten Bau der neuen zentralen Feuerwache auch infrastrukturell für die kommenden Jahre gut aufgestellt sein wird.

Gleichzeitig stehen viele Feuerwehren vor Herausforderungen, die bundesweit spürbar sind. Dazu gehören insbesondere stark steigende Beschaffungskosten für Fahrzeuge und Ausrüstung, wachsende technische Anforderungen sowie zunehmende organisatorische Aufgaben.

Ein Beispiel ist die Ausbildung von sogenannten Maschinisten, also Feuerwehrangehörigen mit LKW-Führerschein, die Einsatzfahrzeuge fahren dürfen. Obwohl der Freistaat und die Stadt Freital bereits finanzielle Unterstützung leisten, entstehen für viele Ehrenamtliche weiterhin hohe Eigenkosten.

Auch bei der Ausrüstung der Einsatzkräfte steigen die Kosten deutlich. Allein für neue Schutzbekleidung investiert die Stadt Freital aktuell rund 300.000 Euro, damit alle Kameradinnen und Kameraden moderne und sichere Einsatzkleidung erhalten.

Darüber hinaus wurden Themen wie Digitalisierung, Prüfpflichten für Technik, Lehrgangskapazitäten für Führungskräfte sowie die Rolle hauptamtlicher Kräfte innerhalb der Freiwilligen Feuerwehren angesprochen.

Nachwuchs, Ausbildung und Zusammenarbeit

Ein weiteres wichtiges Thema war der Feuerwehrnachwuchs. Die Jugendfeuerwehren in Sachsen sind weiterhin gut aufgestellt und verzeichnen vielerorts stabile Mitgliederzahlen. Dennoch bleibt die langfristige Bindung von jungen Menschen an das Ehrenamt eine wichtige Aufgabe.

Diskutiert wurde unter anderem auch die Idee einer sogenannten Feuerwehrrente als Anerkennung für langjähriges Engagement. Innenminister Schuster erläuterte dabei die finanziellen Dimensionen solcher Modelle und verwies auf bestehende Programme des Freistaates, etwa Kopfpauschalen für Nachwuchskräfte sowie Jubiläumszahlungen für langjährige Feuerwehrangehörige.

Auch Fragen der zentralen Beschaffung, Ausbildungskapazitäten sowie der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landkreisen und dem Freistaat wurden intensiv diskutiert.

Offener Austausch und konstruktive Diskussion

Der Feuerwehrgipfel war geprägt von einem lebendigen und offenen Austausch zwischen Feuerwehrkameraden, kommunalen Vertretern und der Landespolitik. Viele der angesprochenen Punkte nahm Innenminister Schuster als Anregung für weitere Prüfungen und Gespräche mit nach Dresden.

Zum Abschluss dankte der Minister den Kameradinnen und Kameraden ausdrücklich für ihren täglichen Einsatz im Haupt- und Ehrenamt. Gleichzeitig würdigte er auch das Engagement der kommunalen Entscheidungsträger, die in den Stadträten die notwendigen Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Feuerwehr schaffen.

Als kleines Zeichen des Dankes überreichte unser CDU-Stadtverbandsvorsitzender Christian Fischer dem Innenminister eine Flasche regionalen Weins.

Feuerwehr als Rückgrat der Sicherheit

Der Abend machte deutlich: Sachsens Feuerwehren sind hervorragend aufgestellt – vor allem dank des großen Engagements der vielen Ehrenamtlichen vor Ort. Gleichzeitig stehen Kommunen und Feuerwehren vor Herausforderungen, die gemeinsam mit Landes- und Bundespolitik angegangen werden müssen.

Der Freitaler Feuerwehrgipfel zeigte, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Praxis und Politik ist. Für die CDU Freital ist klar: Die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr bleibt eine zentrale Aufgabe kommunaler Politik.